Zufrieden und stark im Alltag mit Diabetes – mehr als nur ein Wunsch!

diabetes-welt

Ich denke zurück an die Zeit, in der ich gar nicht mit meinem Diabetes klar gekommen bin. Ich war genervt, gleichgültig, habe mich nicht gekümmert und gleichzeitig hatte ich ein mega schlechtes Gewissen, war gefrustet, weil ich es nicht hinbekommen habe.

Eine Quälerei!
Wie oft habe ich mir gesagt, ab heute mache ich alles richtig! Ich kümmere mich, messe und spritze. Leider hat dieser gute Vorsatz nicht lange angehalten. Der nächste Termin beim Diabetologen, eine Höllenqual. Es war mir peinlich, dass ich es nicht hinbekommen habe, denn theoretisch wusste ich ja wie es funktioniert. Aber in meinem Alltag sah es ganz anders aus.

Verdrängung pur!
Keinen Bock zu messen und irgendwas spritzen. Keine Zeit, die Kollegen stehen schon vor der Tür, um mich zum Mittagessen abzuholen. Ach, da kann ich auch danach spritzen. Im Anschluss gleich der nächste Termin und es war vergessen. Ich lerne neue Leute kennen und traue mich nicht beim Essen zu spritzen, korrigiere auch später nicht. Ist ja jetzt auch egal! Wenn ich dann doch mal sage, ich habe Diabetes kommt die Antwort, ach, das merkt man ja gar nicht. Wie auch, ich kümmere mich ja auch nicht wirklich um ihn und somit auch nicht genug um mich!

Bohrende Selbstvorwürfe!
Bei der Arbeit bin ich gewissenhaft, genau und verlässlich, aber warum klappt das nicht mit meinem Diabetes-Management? Das ist eine Frage, die ich mir sehr oft gestellt habe. Umwelt-Management und Diabetes-Management liegen doch gar nicht soweit auseinander.

Das Blatt hat sich gewendet!
Ich bin heute zufrieden und stark im Alltag mit meinem Diabetes. Wie habe ich das gemacht? Was hat sich verändert? Als erstes habe ich den Entschluss gefasst, dass ich etwas ändern will in meinem Leben mit allen Konsequenzen.  Ich will dieses schlechte Gewissen loswerden und das Gefühl haben, ich habe alles gemacht, was ich machen kann. Ich wünsche mir mehr Zufriedenheit in meinem Leben.

Kein Wunder sondern aus eigener Kraft!
Ich habe angefangen, mich wieder intensiver mit meinem Diabetes-Management auseinander zu setzen. Ein guter Unterstützer war dabei das Buch von Achim Stenzel "Diabetes akzeptieren und Motivation gewinnen".  Regelmäßige Termine bei der Diabetesberaterin, um Therapieanpassungen zu klären. Der wichtigste Punkt war allerdings mir darüber klar zu werden, was ich eigentlich will. Wie soll mein Leben und mein Alltag zukünftig aussehen. Was stört mich, was belastet mich, was tut mir gut, wie passt es in meinen Tagesablauf – das waren die Fragen, mit denen ich mich intensiv beschäftigt habe.

Coaching ist kraftvoll!
Viele Knoten in meiner inneren Einstellung konnte ich während meiner Coaching-Ausbildung lösen. Was für ein Glück, hier habe ich eine neue Welt kennengelernt, die mich gut unterstützt hat. Immer wenn sich die Gelegenheit geboten hat, habe ich mich als Übungsperson zur Verfügung gestellt und mich zu meinen Themen im Alltag mit Diabetes coachen lassen. Ich habe herausgefunden, was mich in manchen Situationen hindert zum Pen zu greifen, warum ich mich nicht traue, öfter mal nein zu sagen, wenn es wichtig für mich ist und ich bin mir klar über meine Ziele geworden. Die Kraft von Coaching und die Veränderungen, die es bewirkt, faszinieren mich bis heute.

Veränderungen kosten Kraft, doch am Ende gibt es die Belohnung. Veränderungen passieren nicht über Nacht, doch wenn der erste Schritt getan ist, geht es auch Schritt für Schritt weiter.

Das bedeutet für mich Stärke!
Ich habe gemerkt, ich will stark sein in meinem Alltag mit Diabetes. Wenn mal ein Wert nicht passt, weil ich mich verschätzt habe oder ein Faktor nicht mehr passt, dann halte ich das aus, ärgere mich natürlich auch mal darüber, aber nur ganz wenig und das wichtigste ist, ich reagiere darauf. Es ist ein ständiges dranbleiben. Stärke bedeutet für mich auch nein zu sagen, auf mich zu achten und das zu tun, was mir gut tut. Stärke ist für mich, auch für das zu kämpfen, was mir wichtig ist.

Das bedeutet für mich Zufriedenheit!
Ich habe gemerkt, ich will zufrieden sein in meinem Alltag mit Diabetes. Zufriedenheit bedeutet für jeden Menschen etwas anderes. Ich bin zufrieden, denn die eigenen Vorwürfe an mich sind verstummt. Ich höre nicht mehr „Du kriegst ja gar nichts hin!“ Ich habe viel trainiert und Verhaltensweisen abgelegt, die mich stressen oder mir und meinem Diabetes nicht gut tun. Über Wochen habe ich trainiert, abends regelmäßig zu messen und Basal zu spritzen, weil es wichtig ist, gut in den nächsten Tag zu starten. Ich habe für mich ein kleines Ritual daraus gemacht und heute fällt es mir leichter. Es ist ein fester Bestandteil meines Lebens geworden. Und wenn ich merke, es hat sich etwas verändert und es fällt mir wieder schwerer, schaue ich hin und reagiere.

Mit diesem Artikel möchte ich euch Mut machen. Stellt euch euren Herausforderungen, dann wird es leichter. Seid mutig und verändert eure Lebenssituation so, dass es euch gut geht. Wenn ihr es nicht allein schafft, dann holt euch Unterstützung. Es gibt so viele Möglichkeiten.

„Zufrieden und stark im Alltag mit Diabetes“ ist zu meinem Lebensmotto geworden, das mich unterstützt und motiviert. Habt ihr auch ein Lebensmotto? Dann freue ich mich, wenn ihr es hier teilt.

Ina Manthey
Typ-1, Coach und Mediatorin für Menschen mit Diabetes
zufrieden und stark im Alltag mit Diabetes

P.S Willst du weiterhin über meine neuem Blogartikel und Aktionen informiert werden, dann trag' dich am besten in meinen Newsletter ein.

Spread the word. Share this post!

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>