Messen und gemessen werden! Gedanken zum HbA1c!

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Der HbA1c ist der Wert, der im Leben von Menschen mit Diabetes eine große Rolle spielt. Als sogenannter Langzeitzuckerwert, gibt er Auskunft darüber, wie der durchschnittliche Blutzuckerwert in den letzten 8-12 Wochen war. Gerade gestern habe ich mir meinen aktuellen Wert abgeholt und ein paar Gedanken dazu schwirren mir schon seit längerem durch den Kopf.

Ist der Vergleich ein Motivator für dich?

Unter Diabetikern wird hier und da auch gerne mal verglichen. Es erinnert mich manchmal ein wenig an die Autoquartetts aus meiner Jugend, die meisten PS, der größte Hubraum oder auch das höchste Alter … der niedrigste HbA1c oder auch der höchste HbA1c?

Ich bin Jahre lang mit mittelmäßigen bis bescheidenen HbA1c-Werten durch die Welt gelaufen. Traf ich auf andere Menschen mit Diabetes, kam relativ schnell die Frage „Und, wie ist dein HbA1c?“ Ich habe mich dafür geschämt und der meist bessere Wert meines Gegenübers hat mich nicht motiviert sondern gefrustet. Was bedeutet es für dich, wenn du HbA1c-Werte von anderen hörst oder liest?

Hast du ein Ziel, an dem du dich misst?

Natürlich ist es wichtig, einen guten HbA1c zu haben. Aber ich musste für mich erst einmal sortieren, was ich erreichen will und wie ich es Schritt für Schritt erreichen kann. Das hat vor einigen Jahren ganz klein angefangen, nämlich erst einmal eine gute Datenbasis zu haben. Ohne Daten ist es meiner Meinung nach gar nicht möglich, zu steuern und zu reagieren.

Hast du eine gute Datenbasis, wirst du eigentlich auch nicht großartig von deinem HbA1c überrascht.  Eigentlich wissen wir bereits bei der Blutabnahme, wo wir ungefähr landen, denn die Messgeräte berechnen den Durchschnittswert über die letzten 90 Tage und im Internet kann man diesen Wert in den HbA1c umrechnen lassen. Oder auch die verschiedenen Softwaretools berechnen den voraussichtlichen HbA1c-Wert.

Kein Blindflug mehr und trotzdem ist der Tag, an dem ich das Ergebnis abhole irgendwie immer noch ein bisschen aufregend. Wie geht es dir, wenn du deinen HbA1c abholst?

Dann wurde es mit dem Zielbild immer strukturierter: Ideen dazu, was mich motiviert und zufrieden macht, Auseinandersetzung damit, welche Insulintherapie für mich passend ist, bis zur Ernährung, die mir schmeckt und gut tut. Wie ein Puzzle wurde das Bild von meinem Ziel immer klarer.

Wie eng liegen Motivation und Frust bei dir zusammen?

Wir werden an unserem Wert gemessen, wie gut es bei uns läuft mit dem Diabetes. Ich habe oft von meinen Diabetologen gehört „Was soll ich bloß mit Ihnen machen?“. Das hat mir nicht weitergeholfen und es war auch kein schönes Gefühl, denn eigentlich wollte ich ja und jedes Mal, wenn ich aus der Praxis kam, war ich motiviert (zumindestens die ersten Tage) beim nächsten Mal einen Top-Wert hinzulegen. Ich habe viel Unterstützung bekommen doch der wichtigste Schritt war es für mich, zu akzeptieren, dass der Diabetes zu meinem Leben dazugehört, ob ich will oder nicht und dass es mir besser geht, wenn ich dazu stehe und auf mich achte.

Natürlich bin ich auch mal frustriert, aber fast nur noch wegen meiner Werte und sehr selten wegen mir. Meine Motivation ziehe ich aus dem, was ich bisher erreicht habe für mich. Und ein bisschen was habe ich auch noch vor mir, denn als nächstes will ich ausprobieren, ob eine Pumpe vielleicht doch das richtige für mich ist. Meine Belohnung sind die meistens guten Werte und die Zufriedenheit damit. Bist du motiviert oder frustriert?

Was bedeutet der HbA1c für dich?

Hast du dir schon einmal Gedanken darüber gemacht? Ich hoffe, ich konnte dir ein paar Ideen geben, wenn du vielleicht gerade nicht so zufrieden bist.

Ina Manthey
Typ-1, Coach und Mediatorin für Menschen mit Diabetes
zufrieden und stark im Alltag mit Diabetes

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Bildquelle: Diese Abbildung wurde inspiriert durch die bikablo®Publikationen, www.bikablo.com

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