Category Archives: Buchtipps

BUCHTIPP: Dolce Vita mit Diabetes von Giovanna Eilers und Maja Storch

Buchtipp: Dolce Vita mit Diabetes von Giovanna Eilers und Maja Storch

dolce-vita

„Ein genussvoller Leitfaden für den Umgang mit Diabetes“ – Dieser Satz hat mein Interesse geweckt, einer Buchempfehlung zu folgen und mit dem Lesen anzufangen. Ein spannender Ansatz Diabetes mit Genuss zu verbinden, denn viele Menschen mit Diabetes nehmen diese Kombination in ihrem Alltag so nicht wahr. Und was soll ich sagen, die Autorinnen haben es geschafft, mich mit ihrem Werk zu fesseln.
Die fünf Hauptpersonen haben alle ihre unterschiedlichen Probleme und Herausforderungen in ihrem Alltag mit dem Diabetes: ein schlechtes Gewissen, wenn es mit dem Diabetes nicht gut läuft, zu wenig Zeit für sich und den Diabetes, Bevormundung durch die Ehefrau, fehlende Spontanität und eingeschränkter Genuss. Ein Querschnitt, in dem sich viele Menschen wiederfinden, die nicht zufrieden mit ihrer Situation sind.

Gemeinsam mit dem Strudelwurm – ZRM
Die Basis des Buches bildet das Zürcher Ressourcen Modell (ZRM) mitentwickelt von Maja Storch. Die Informationen zu den zwei Bewertungssystemen Verstand und Psyche, erleichtern es uns, unsere Verhaltensweisen und Entscheidungen zu verstehen und zu verändern. Der Strudelwurm, liebevoll „Würmli“ genannt steht dabei für unsere Psyche. Kennenzulernen, was das Würmli mag und was nicht, ist sehr hilfreich für die Veränderung von Verhaltensweisen. Komplexe Zusammenhänge werden durch dieses Modell greifbar und umsetzbar.

Theorie oder Praxis?
Ein Buch, das dazu einlädt, auch auszuprobieren, was die fünft Hauptpersonen erleben. Anhand der Beispiele ist die Methode gut erklärt. Das eigene Mottoziel zu finden und mit Erinnerungshilfen zu bestücken, rückt so in greifbare Nähe. Den Lesern werden viele Möglichkeiten aufgezeigt, wie sie ihren Veränderungsprozess starten und gestalten können, ohne sich ständig selbst zu kasteien. Sie bekommen Werkzeuge an die Hand, um Situationen im Alltag vorzubereiten und zu reflektieren und so geht es Schritt für Schritt ans Ziel. Abgerundet mit einer guten Portion Diabetes-Wissen und einem Exkurs "Wieso Diäten nicht gegen Diabetes helfen.".

Mein Fazit
Ein toller Begleiter für alle Menschen mit Diabetes, die aktiv etwas an ihrer Situation ändern wollen. Es motiviert und gibt konkrete Anleitungen, den eigenen Weg im Alltag mit Diabetes zu finden. Eine tolle Kombination aus Diabetes-Wissen und persönlicher Weiterentwicklung. Die fünf Hauptpersonen sind mir beim Lesen richtig ans Herz gewachsen und ich habe mitgefiebert, wenn sie schwierige Situationen meistern wollten.

Ina Manthey
Coach für Menschen mit Diabetes

Buchtipp:
Giovanna Eilers, Maja Storch „Dolce Vita mit Diabetes – Ein genussvoller Leitfaden für den Umgang mit Diabetes, Hogrefe Verlag 2016, ISBN 978-3-456-85543-1

BUCHTIPP: Sei nicht so hart zu dir selbst von Andreas Knuf

Buchtipp: Sei nicht so hart zu dir selbst von Andreas Knuf

sei-nicht-so-hart-zu-dir-selbst

Selbstmitgefühl, was für ein schönes Wort. Das hat mich neugierig gemacht, „Sei nicht so hart zu dir selbst“ von Andreas Knuf zu lesen.

Wer kennt ihn nicht, diesen Dauernörgler, der immer etwas zu meckern hat und uns das Gefühl gibt, nie etwas gut genug und ständig Fehler zu machen. Muß das denn wirklich so sein oder so bleiben?

Andreas Knuf ist Diplompsychologe und psychologischer Psychotherapeut. Er vertritt die Meinung, dass das Selbstmitgefühl ein Schlüsselelement ist, um Veränderungsprozesse voran zu bringen. Ein neuer Ansatz, der nicht die Stärkung des Selbstwertgefühls in den Fokus rückt, sondern beleuchtet, welche Auswirkung es hat, wenn wir wohlwollend mit uns selbst umgehen.

Lesebuch oder Arbeitsbuch?
Es geht beides – und genau das macht das Buch sehr abwechslungsreich. Die vielen Beispiele aus dem Alltag regen zum Nachdenken an. Die beschriebenen Situationen wie z.B. Reaktion auf einen Unfall mit Blechschaden, die lange Liste der „ich sollte“ oder wie gehe ich mit mir um, wenn ich krank bin sind Situationen, die wir alle kennen und das macht es so interessant, denn während des Lesens beginnen wir uns eigenes Verhalten zu reflektieren. Die kurzen Achtsamkeitsübungen sind einfach aber wirkungsvoll und verlocken zum Ausprobieren.

Adé Perfektionismus
Beruhigend ist die Aussage des Autors, dass auch er sich auf seinem Weg befindet und sich immer wieder auf sein Selbstmitgefühl besinnen muß. Also nichts, was wir einmal machen und dann ist es für immer da, sondern etwas, das uns begleitet und das immer stärker bei uns wird.
Kernfragen, die uns die Augen öffnen und Raum bieten, den Umgang mit sich selbst zu verändern sind diese zwei Achtsamkeitsübungen, die sich durch das Buch ziehen: „Verurteile ich mich gerade selbst? Wenn ja, wofür?“ und „Wenn ich es gut mit mir meine, was würde ich jetzt tun?“ Sie verschaffen uns beim Lesen eine kurze Pause und einen Impuls unsere Haltung zu überprüfen.

Mein Fazit
Ich empfehle dieses Buch allen Menschen, die oft mit sich hadern oder überkritisch mit sich sind. Es ist ein guter Start und Einstieg in ein Leben, in dem wir uns annehmen wie wir sind und uns Fehler eingestehen, ohne ein schlechtes Gewissen zu haben.
Menschen mit Diabetes kann es unterstützen, ein entspannteres Leben mit dem Diabetes zu führen und nicht ständig gegen sich selbst anzukämpfen.

Ina Manthey
Coach für Menschen mit Diabetes 

Buchtipp:
Andreas Knuf „ Sei nicht so hart zu dir selbst – Selbstmitgefühl in guten und in miesen Zeiten“, Kösel-Verlag 2016, ISBN 978-3-466-34622-6

BUCHTIPP: Marie, du schaffst das! Ein Mutmachbuch von Christine Jüngling und Dilan Basak

maria-du-schaffst-das

 

Ein einfühlsam geschriebenes Buch für Kinder und Eltern, die das erste Mal mit der Diagnose Diabetes in Berührung kommen. Schritt für Schritt begleiten die Leser Marie: von den ersten Anzeichen der Erkrankung und ihrer persönlichen Veränderung von einem fröhlichen, aktiven Kind zu einer müden, durstigen Stubenhockerin bis hin zur Diagnose und den ersten Erfahrungen mit der neuen Situation im Alltag der Zweitklässlerin.

 

Christine Jüngling kombiniert Fachwissen und Gefühle in einem ausgewogenen Verhältnis, denn beides spielt eine große Rolle in der neuen Situation im Alltag mit Diabetes. Die betroffenen Kinder bekommen Informationen zu ihrer Krankheit altersgerecht und fundiert vermittelt. Zum anderen durchleben sie mit Marie Situationen, die sie bereits erlebt haben oder die ihnen vielleicht noch bevorstehen werden. Die Geschichte zeigt, welche Unterstützungsmöglichkeiten es in der Familie, in der Schule und durch das Praxisteam gibt. Schön ist die Passage, in der Marie einen Jungen aus dem Schwimmverein in der Arztpraxis trifft, der auch Diabetes hat – was für ein Glück für Marie, denn so fühlt sie sich nicht allein.

 

Ein empfehlenswertes Buch für die kleinen Diabetes-Neulinge. Insbesondere der Untertitel ein Mutmachbuch trifft es sehr gut, denn dieses Buch macht Mut und unterstützt, die Kinder keine Angst vor dem Alltag mit Diabetes zu haben und vor allem sich nicht allein zu fühlen.

 

Eine Ergänzung wäre möglicherweise, auch Situationen darzustellen, in denen das Umfeld nicht nur positiv auf den Diabetes reagiert, denn auch das ist leider Realität. So können sich Eltern mit ihren Kindern auch auf solche Situationen vorbereiten.

 

Die Illustrationen von Dilan Basak untermalen die Geschichte in einer frischen fröhlichen Art und zeigen, das Gefühlschaos der neuen Situation. Abgerundet wird das Buch im hinteren Teil durch Fachinformationen als Ergänzung für die Eltern zum Thema Diabetes, Insulintherapien, sportliche Aktivitäten sowie einigen hilfreichen Buchempfehlungen zur Vertiefung.

 

Mir hat es Spaß gemacht, in diesem Buch zu Schmökern, auch wenn ich nicht mehr ganz zur Zielgruppe gehöre und empfehle es allen, die einen kindgerechten, spielerischen Einstieg für das Thema Kinder und Diabetes suchen.

 

Buchtipp:

Christine Jüngling, Dilan Basak „Marie, du schaffst das! Auch mit Diabetes ist das Leben schön“ Mabuse-Verlag GmbH, 2. Auflage 2016, ISBN 978-3-86321-106-6

BUCHTIPP: Diabetes akzeptieren und Motivation gewinnen

diabetes-akzeptieren

 

Vor einiger Zeit habe ich das Buch von Achim Stenzel „Diabetes akzeptieren und Motivation gewinnen“ zwischen die Finger bekommen. Achim Stenzel ist anerkannter Fachpsychologe „Diabetes“. Sein Buch basiert auf der sogenannten „Akzeptanz- und Commitment-Therapie und unterstützt Menschen mit Diabetes bei der Steigerung von Diabetes-Akzeptanz und Langzeitmotivation.

 

Ohne viel Fachchinesisch

 

Das Buch läßt sich sehr einfach lesen. Die psychologischen Zusammenhänge sind gut erklärt. Besonders die vielen Beispiele machen es verständlich und die AHA-Effekte lassen nicht lange auf sich warten.

 

Zum Lesen oder zum Mitmachen?

 

Eine tolle Mischung aus Theorie und Praxis. Das Buch lädt dazu ein, direkt damit zu starten, mal zu schauen, wie die eigene Einstellung und der Umgang mit dem Diabetes ist.

Die Diabetes-Akzeptanz- und Commitment-Therapie (DACT) wird erläutert und man hat gleichzeitig die Möglichkeit, die einzelnen Elemente auszuprobieren. Der Leser wird angeregt, sich Gedanken über die eigenen Lebenswerte und Lebensbereiche zu machen. Der Lebensbereich „Gesundheit, körperliches Wohlbefinden, Diabetes“ ist ein Schwerpunkt in diesem Buch. Schön ist auch die Visualisierung und Bewertung der eigenen Ziele mit dem Lebenskompass. Auch die Hürden werden thematisiert, wenn es nämlich mal nicht so klappt, findet man Unterstützung im Kapitel über die Barrieren auf dem Weg zum Ziel.

 

Mein Fazit – ein motivierendes Buch

 

Dieses Buch motiviert, das eigene Leben (wieder) stärker in die Hand zu nehmen und mit den gewünschten Veränderungen zu starten. Durch die vielen Übungen ist es für mich ein absolutes „Mitmach“-Buch und ein absoluter Gewinn für die Selbsthilfe. Ich kann es allen empfehlen, die anfangen wollen, etwas für sich und ihren Alltag mit Diabetes zu tun.

 

 

Buchtipp:
Achim Stenzel „Diabetes akzeptieren und Motivation gewinnen – Selbsthilfe mit der Diabetes-Akzeptanz- und Commitment-Therapie (DACT), Kirchheim Verlag, 1. Auflage 2012, ISBN 978-3-87409-525-9

„E“ wie erledigen oder eliminieren ? – Mehr Zeit und Raum für das Wichtige in meinem Leben!!!

so-vieles-zu-erledigen-blog

Wer kennt das nicht, 1000 Dinge im Kopf, Termine, Aufgaben, neue Ideen, Verabredungen, Veranstaltungen und manchmal frage ich mich, wie soll ich mich da denn auch noch um meinen Diabetes kümmern. Ich könnte diese Liste durchaus noch weiter führen, aber ich denke, ihr habt eine Vorstellung davon, was ich meine.

Kommen wir bei allen diesen Aktivitäten nicht irgendwann selbst zu kurz?

Vor einiger Zeit las ich den Klassiker „Eat that frog“ von Brian Tracy. Eigentlich geht es in diesem Buch um Produktivitäts-, Leistungs- und Ergebnissteigerung. Auf den ersten Blick eher etwas, dass die Spirale des „immer mehr“ noch befeuert.

Doch ziehe ich aus der Kategorie „E“ seiner ABCDE-Methode seither neue Energie für die Umsetzung meiner persönlichen Ziele. Die Erkenntnis, dass wir niemals alles schaffen können, was wir uns vornehmen ist nicht neu. Aber in diesem Moment löste sie bei mir ein AHA-Erlebnis aus. Ein befreiendes Gefühl. Das „E“ steht nämlich für eliminieren – Ballast abwerfen.

Ich habe es selbst in der Hand!

Für mich ergeben sich daher die folgenden Frage bevor etwas auf meine TO-DO-Liste kommt und ich meine Zeit, meine Nerven und meine Kraft für die Umsetzung aufwenden will:

  • Was passiert, wenn ich es nicht mache? Bin ich bereit, die Konsequenzen zu tragen?
  • Mache ich es nur aus Gewohnheit?
  • Will ich das oder wollen andere, dass ich das will?

Die eine oder andere Aufgabe, ein Termin oder auch eine Verabredung kommt auf diese Weise gar nicht mehr auf meine TO-DO-Liste. Sie wird durch diese Sichtweise kürzer und vor allem fokussierter. Ich empfinde es als Erleichterung, mich auf das Wesentliche in meinem Leben zu konzentrieren, weniger abgehetzt zu sein und genügend Zeit für meinen Diabetes zu haben.

Ina Manthey
Coach für Menschen mit Diabetes

P.S. Wer sich für das Buch interessiert, hier habe ich die Infos für euch:
       Brian Tracy "Eat that frog", GABAL Verlag ISBN 978-3-89749-723-8

Bildquelle Zeichnung: Diese Abbildung wurde inspiriert durch die bikablo®Publikationen, www.bikablo.com

BUCHTIPP: Ein Mann ist keine Altersvorsorge

buchtipp-ein-mann-ist-keine-altersvorsorge

Ein Aufruf der Autorinnen an die Frauen, die Notwendigkeit ihrer finanziellen Unabhängigkeit zu erkennen und darauf aufbauend zu handeln. Dazu gehört es, die persönliche Situation realistisch einzuschätzen und die Finanzen selbst in die Hand zu nehmen.

Für alle, die sich schon länger mit der Fragestellung zur Altersvorsorge von Frauen und den Ursachen der Altersarmut insbesondere bei Frauen beschäftigen keine Neuigkeiten, aber dennoch eine sehr gute Zusammenfassung und anschauliche Aufbereitung. Kurze Beispiele aus Lebenssituationen von Frauen machen klar, was passiert, wenn sie sich auf einen „Versorger“ verlassen.

Die Konsequenzen aus getroffenen Entscheidungen werden sichtbar. Für junge Frauen, die ins Berufsleben starten sehr zu empfehlen, um einschätzen zu können, auf was sie sich einlassen. Auf den Punkt gebracht, welche Entscheidungen zur Berufstätigkeit, Erziehungs- und Pflegezeiten (Auszeiten) sowie Steuermodellen zu welchen finanziellen Konsequenzen im Alter führen können.  

Ein notwendiger Wandel in Deutschland sowohl politisch als auch gesellschaftlich wird sichtbar, denn auch die gesetzlichen Rahmenbedingungen, die finanzielle Anreize für das „Versorgermodell“ schaffen, werden unter die Lupe genommen. Ein Blick zu unseren europäischen Nachbarn z.B. Frankreich oder Schweden zeigt, wie es auch gehen könnte.

Helma Sick, Renate Schmidt: Ein Mann ist keine Altersvorsorge, 2. Auflage, Kösel-Verlag, 2015

BUCHTIPP: „5 Dinge, die Sterbende am meisten bereuen“ von Bronnie Ware

bronnie-ware-5-dinge-die-sterbende-am-meisten-bereuen

Ein Buch, das mich sehr berührt und zum Nachdenken angeregt hat. Ein faszinierender Lebensweg der Autorin – eine Entscheidung ihr „altes“ Leben als Bankangestellte hinter sich zu lassen, ein Leben mit geregeltem Einkommen, geregelten Abläufen und den Ansprüchen der Gesellschaft entsprechend. 

Ein Buch voller getroffener und auch nicht getroffener Entscheidungen. Aus den Lebensgeschichten der Menschen, die Bronnie beim Sterben begleitet, können wir lernen. 

Was bereuen, die Menschen am meisten, in ihrem Leben versäumt zu haben?

„Ich wünschte, ich hätte den Mut gehabt, mir selber treu zu bleiben, statt so zu leben, wie andere es von mir erwarten.“
„Ich wünschte, ich hätte nicht so viel gearbeitet.“
„Ich wünschte, ich hätte den Mut gehabt, meinen Gefühlen Ausdruck zu verleihen.“
„Ich wünschte, ich hätte den Kontakt zu meinen Freunden gehalten.“
„Ich wünschte, ich hätte mir mehr Freude gegönnt.“

Seid mutig und lasst euch auf die Geschichten dieser Menschen ein. Vielleicht ein Startschuss und Inspiration für euch, eurem Leben eine andere Richtung zu geben.

Träume geben dir Ideen – sie umzusetzen macht dich glücklich und zufrieden.


Bronnie Ware: 5 Dinge, die Sterbende am meisten bereuen, 4. Auflage, Goldmann, 2015